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ARCHIVE x SOCIAL-MEDIA-Plattformlogiken. Öffentlichkeitsarbeit im Spannungsfeld von Interaktion und Erosion von Nutzungsqualität

Inhalt

  1. Archive als Nischenakteure im digitalen Raum
  2. Mehr wagen, mehr wirken: Das Potenzial als Nischenakteur entfalten
  3. Tabellen
  4. Referenzmaterial
  5. Literatur

1. Archive als Nischenakteure im digitalen Raum

Die sozialen Medien werden mittlerweile von der Bevölkerungsmehrheit täglich genutzt und haben als zentrale Informations- und Kommunikationsinfrastruktur eine enorme gesellschaftliche und politische Bedeutung entwickelt. Für Kultur- und Gedächtnisinstitutionen ist es daher unumgänglich, soziale Medien als Kommunikationsinstrument zu nutzen, gerade wenn sie dem Anspruch nach eine gesamtgesellschaftliche Bedeutung haben. Gemessen an ihrem Potenzial erreichen allerdings nur wenige deutsche Archive in den sozialen Medien durchschlagenden Erfolg. Ihr Bekanntheitsgrad bewegt sich häufig auf dem Niveau von normalen Privat-Accounts, andere Archive spielen zumindest in einer Liga mit der kleinsten Influencer-Kategorie, den sogenannten Nano-Influencern (1.000–10.000 Follower).

In diesem Essay wird der Ansatz diskutiert, dass Archive in den sozialen Medien deutlich mehr Menschen erreichen und ihren Mehrwert sichtbarer machen können, aber dafür ihre Strategie anpassen müssen. Sie haben bisher zu sehr auf Einwegkommunikation gesetzt und sollten nun Social Media mehr von Aktivierung, Interaktion und den Bedürfnissen der Nutzenden her denken. Einwegkommunikation ist asymmetrische, senderorientierte Kommunikation, bei der Informationen ausschließlich vom Absender zum Publikum fließen und Raum für Fragen, Antworten oder Mitgestaltung nur begrenzt vorgesehen ist. Zweiwegkommunikation dagegen ist reziprok und beziehungsorientiert, plant Rückmeldungen aktiv ein und lässt die Community sichtbar in Inhalte oder Entscheidungen zurückwirken. „ARCHIVE x SOCIAL-MEDIA-Plattformlogiken. Öffentlichkeitsarbeit im Spannungsfeld von Interaktion und Erosion von Nutzungsqualität“ weiterlesen

Schöne neue Ausstellungswelt? Über Chancen und Risiken digitaler Ausstellungen

Digitale Ausstellungen fristen ein Nischendasein im analogen Ausstellungsraum. Woran liegt das? Ein Blick in Erfahrungsberichte erweckt den Eindruck, dass digitale Ausstellungen aus der Not geborene Alternativen zu analogen Ausstellungen sind. Sei es wegen der Corona-Pandemie, weil das Smartphone in alle Lebensbereiche eindringt oder weil die veränderte Aufmerksamkeitsökonomie der Internet-Gesellschaft Anpassungen erzwingt. Nach dieser Lesart bleiben virtuelle Ausstellungen zweitrangige Veranstaltungen und unfreiwillige Nachzügler der Digitalisierung. Ebenso aber kann man eine positive Sichtweise auf die Veränderung der Ausstellungswelt entwickeln. Diese Sichtweise zeigt die Lust daran, Interaktivität bei der Exponatspräsentation einzusetzen und digitale Ausstellungen zum Innovationsträger einer veränderten Kulturpolitik zu machen. Nach dieser zweiten Lesart sind digitale Ausstellungen die Avantgarde des öffentlichen Kulturangebots mit Potential zur Mitgestaltung der digitalen Gesellschaft.

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“Wir haben doch schon eine Behindertentoilette!” – Menschen mit Behinderung als Nutzende von Archiven

Von Anna Krabbe

Im deutschen Archivwesen werden – im Gegensatz zum englischsprachigen Raum sowie Museen und Bibliotheken – Menschen mit Behinderung selten als Nutzende wahrgenommen. In der Praxis folgt die Argumentation zu oft Tendenzen wie “Es gibt doch kaum Menschen mit einer Behinderung!” oder “Man kann nicht auf jede Randgruppe eingehen.” Es gibt wenig Literatur zu diesem Thema und erst Ende 2022 hat sich der Arbeitskreis Barrierefreiheit im VdA AK Offene Archive gegründet, um dieses Defizit anzugehen. Dieses Essay untersucht, inwiefern Archive hier den Anschluss an eine wichtige gesellschaftliche Entwicklung verpassen. Sind Menschen mit Behinderung tatsächlich eine Randgruppe? Warum ist es nötig, sie gezielt mit einzubeziehen und wie lässt sich dies machen? Und nicht zuletzt: „“Wir haben doch schon eine Behindertentoilette!” – Menschen mit Behinderung als Nutzende von Archiven“ weiterlesen