Inhalt
- Archive als Nischenakteure im digitalen Raum
- Mehr wagen, mehr wirken: Das Potenzial als Nischenakteur entfalten
- Tabellen
- Referenzmaterial
- Literatur
1. Archive als Nischenakteure im digitalen Raum
Die sozialen Medien werden mittlerweile von der Bevölkerungsmehrheit täglich genutzt und haben als zentrale Informations- und Kommunikationsinfrastruktur eine enorme gesellschaftliche und politische Bedeutung entwickelt. Für Kultur- und Gedächtnisinstitutionen ist es daher unumgänglich, soziale Medien als Kommunikationsinstrument zu nutzen, gerade wenn sie dem Anspruch nach eine gesamtgesellschaftliche Bedeutung haben. Gemessen an ihrem Potenzial erreichen allerdings nur wenige deutsche Archive in den sozialen Medien durchschlagenden Erfolg. Ihr Bekanntheitsgrad bewegt sich häufig auf dem Niveau von normalen Privat-Accounts, andere Archive spielen zumindest in einer Liga mit der kleinsten Influencer-Kategorie, den sogenannten Nano-Influencern (1.000–10.000 Follower).
In diesem Essay wird der Ansatz diskutiert, dass Archive in den sozialen Medien deutlich mehr Menschen erreichen und ihren Mehrwert sichtbarer machen können, aber dafür ihre Strategie anpassen müssen. Sie haben bisher zu sehr auf Einwegkommunikation gesetzt und sollten nun Social Media mehr von Aktivierung, Interaktion und den Bedürfnissen der Nutzenden her denken. Einwegkommunikation ist asymmetrische, senderorientierte Kommunikation, bei der Informationen ausschließlich vom Absender zum Publikum fließen und Raum für Fragen, Antworten oder Mitgestaltung nur begrenzt vorgesehen ist. Zweiwegkommunikation dagegen ist reziprok und beziehungsorientiert, plant Rückmeldungen aktiv ein und lässt die Community sichtbar in Inhalte oder Entscheidungen zurückwirken. „ARCHIVE x SOCIAL-MEDIA-Plattformlogiken. Öffentlichkeitsarbeit im Spannungsfeld von Interaktion und Erosion von Nutzungsqualität“ weiterlesen